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Finnpferd bei der Waldarbeit

  • Autorenbild: MS
    MS
  • 1. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
In vielen Kulturen war das Pferd seit jeher ein wichtiger Partner bei der Waldarbeit und auf den Feldern – so auch in Finnland. Die Bedeutung des Pferdes in der Forstarbeit nahm besonders zu, als die Forstindustrie mit Sägewerken und Papierfabriken um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert große Mengen an Holzrohstoffen benötigte.
Noch zu Beginn der 1960er-Jahre wurde das im Wald geschlagene Holz fast vollständig von Pferden abtransportiert. Obwohl Traktoren auf den Höfen zunehmend verbreitet waren, erwiesen sich landwirtschaftliche Traktoren zunächst als zu ineffizient für die Waldarbeit. In der Beschaffungsperiode 1960–1961 waren in Finnland noch rund 55.000 Pferde in der Forstarbeit eingesetzt, 1970 jedoch nur noch 17.300. Kajaani.fi, Kainuu Museum


Die folgenden Fotos stammen von Tessa Lepistö und Tanja Lundsten.
Finnpferd bei der Waldarbeit
Heute werden Pferde in der Waldarbeit kaum noch eingesetzt. Ihr Einsatz erfährt jedoch wieder zunehmende Wertschätzung, und viele bewirtschaften ihren eigenen Wald erneut mit einem Pferd und bieten ihre Dienstleistungen auch anderen an.
Der Finnpferd Tuohivirsu genießt die Waldarbeit. Er liebt es im Wald zu sein und zu arbeiten – und natürlich schätzt er auch die Gesellschaft seines Teams. Tuohivirsus Besitzerin ist Tanja Lundsten.
Finnpferd bei der Waldarbeit im Winter
Pferd und Winter sind in Bezug auf das Wohlbefinden des Waldes eine gute Kombination. In Finnland friert der Boden in den Wintermonaten durchschnittlich 20–60 cm tief, im Norden kann die Frosttiefe sogar bis zu 120 cm erreichen. Der gefrorene Boden schützt die Wurzeln der Bäume, und die Bewegung eines Pferdes im Wald schädigt den Boden nicht. Ein Pferd kann sich zudem durch dichteren Wald bewegen als eine Maschine, sodass bei der Arbeit mit einem Pferd keine Kahlschläge erforderlich sind.
Finnpferd bei der Waldarbeit im Winter
Heu für Tuohivirsu …

Kaffee aus dem Lagerfeuer-Kaffeekessel
… und Kaffee für den Rest des Teams.
Kaffee aus dem Lagerfeuer-Kaffeekessel schmeckt draußen am Feuer besonders köstlich.
Finnpferd bei der Waldarbeit im Winter
„Du hast mir den allerersten Schmuck aus Pferdehaar geschenkt, den du aus Nittes (Nannas erstem Pferd) und Ogis Schweifhaar gefertigt hast. Der eine war ein Abschlussgeschenk, der andere ein Dankeschön für Nittes Fürsorge. Es fühlte sich damals besonders bedeutungsvoll an und tut es noch immer. Nitte ist eines jener Pferde, die in meinem Leben etwas Besonderes waren – ebenso Tuohivirsu.“
Teija Ranin, Finnland

Vielen Dank, Teija, für deine lieben Worte und dafür, dass du uns diese wunderschönen Bilder gezeigt hast. Wir wünschen dir, Tanja und dem äußerst schönen Tuohivirsu noch viele glückliche Arbeitsjahre! Folge Tuohivirsu auf Facebook oder Instagram, und entdecke noch mehr! "Die Waldarbeit mit Pferden ist eine geeignete Alternative für kleine und empfindliche Ernteflächen. So können beispielsweise Kultur- und historische Stätten sowie alte Relikte oder städtische Wälder mithilfe von Pferdeforstern gepflegt werden. Die Spuren der Ernte sind minimal, und die Arbeit mit Pferden verursacht weder Emissionen noch Lärmprobleme. Die Nachfrage nach Pferdeforstarbeit wird in Zukunft weiter steigen."
Thesis, Kirsi Nuutinen: Suomenhevonen metsätyössä (Finnpferd bei der Waldarbeit) 2011
Forstwirtschaft mit Pferd in den 1950er-Jahren
Forstwirtschaft in den 1950er-Jahren, Foto aus der Sammlung des Kainuu-Museums.
Und falls Sie sich fragen, was ‚Tuohivirsu‘ bedeutet: Es ist der Name für einen
traditionellen finnischen Schuh aus Birkenrinde.
Traditionellen finnischen Schuhe aus Birkenrinde

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